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Surprise Nr. 484

Deutlicher kann eine Zahl kaum sein. 144000 kleine und grössere Individuen wachsen in der Schweiz in Armut auf! Grund genug für ein Sonderheft, finden wir. Denn nicht nur haben diese Kinder jetzt nicht dieselben Chancen wie ihre Altersgenoss*innen, das zeigen die von Nihad Nasupovic gestalteten Zahlen und Fakten zum Thema. Viele der Betroffenen werden auch als Erwachsene noch mit Armut zu kämpfen haben. Und das, obwohl die Eltern sich bemühen, es ihrem Nachwuchs an nichts fehlen zu lassen. Das zeigen die Bilder von Klaus Petrus aus den Kinderzimmern der Familien von Surprise-Verkaufenden. Die Reportage von

Andres Eberhard, der die Familienbegleiterin Kathleen Hennessy zu einer Familie in Thun begleiten durfte, hingegen zeigt, wie deren prekäre finanzielle Situation auch zur Abwesenheit und Überlastung der Eltern und in der Folge zu massiven Entbehrungen für die Kinder führen kann. Simon Jäggi hat eine mutige junge Frau getroffen, deren eigene Kindheit in Armut ihr immer noch nachhängt, obwohl sie sich daraus befreien konnte. Soziologe und Armutsforscher Ueli Mäder kritisiert im Interview, dass wir in der Schweiz die Umsetzung der #Kinderrechte besonders in Bezug auf Teilhabe und Partizipation viel zu wenig ernstnähmen – trotz Kinderparlamenten und Kinderbüros, während Diana Frei im Schweizer #Schulsystem immerhin das Streben nach mehr #Chancengerechtigkeit entdeckt. Eine Chance wäre auch die bundesweite Einführung von #Familienergänzungsleistungen, die in vier Kantonen schon heute Familienarmut messbar verringern. Benjamin von Wyl erzählt, dass eine Ausweitung auf die ganze Schweiz trotz der Aussicht auf geringere Sozialhilfekosten am Unwillen der Kantone scheitern könnte. Wir haben ausserdem eine Reihe Kinder und Jugendliche gefragt, was Armut in der Schweiz für sie bedeutet und ihre Antworten von Solange Ehrler Illustration gestalten lassen. Unsere grandiose Aufmachung verdanken wir wie immer der Bodara GmbH. Verantwortlich war Sara Winter Sayilir.

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