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Surprise Nr. 491

5. Februar bis 18. Februar 2021

Surprise-Reporter Andres Eberhard war oft bei Stefan Schraner zuhause. Obwohl es nicht ganz einfach war, auf einen Besuch vorbeizukommen. Schraner hat kein Mobiltelefon und die Klingel im Haus ist kaputt, da muss man sich schon was einfallen lassen. Die Besuche hat Eberhard nicht gemacht, weil es besonders gemütlich gewesen wäre. Im Gegenteil: Die Mauer ist bröckelig, die Waschmaschine kaputt, den Kakerlaken gefällt’s. (Aber Schraner hat unserem Reporter und dem Fotografen Meinrad Schade immer einen Energy-Drink angeboten.) Die Miete: über tausend Franken für ein einziges Zimmer. Das Problem: Solche sogenannten Etagenzimmer werden meistens an vom Sozialamt abhängige Personen, an Migranten und armutsbetroffene Menschen vermietet. #prekärewohnverhältnisse #etagenzimmer

Der Journalist André Widmer recherchiert im Südkaukasus seit Jahren intensiv zum Konflikt um Bergkarabach. Er hat Ülvi Abasguliyev getroffen, der aus dem ersten Bergkarabach-Krieg geflohen ist. Jetzt, nach mehr als 25 Jahren, könnte er mit seiner Familie zurückkehren. Aber auch ihm, heute Völkerrechtsexperte, ist der Krieg dafür vielleicht emotional zu stark in die Knochen gefahren. 
Und: Dieser Konflikt ist ein Beispiel dafür, wie schwierig es ist, ausgewogen zu berichten. Das Tempo im Online-Journalismus sowie die Wechselwirkung mit den sozialen Netzwerken sind mit reflektierter Analyse kaum vereinbar, schreibt Sara Winter Sayilir. #bergkarabach

Corona bestimmt noch immer unser halbes Leben. Für viele bedeutet die Pandemie Unterbruch, Stillstand. Für die Kultur auch, zum Teil. Aber nicht nur. Der Regisseur Samuel Schwarz ruft in seinem Corona-Manifest den Kulturschaffenden zu: «Zieht euch warm an, kauft gute Schuhe, macht ein Feuerchen für euch und fürs Publikum und spielt endlich.» Philippe Bischof, Direktor der Kulturstiftung Pro Helvetia, meint: «Alles zu digitalisieren, wünschen wir uns nicht.» Das hört sich an, als ob sie sich einig wären, doch ganz dasselbe meinen sie damit nicht. 

Weiter im Heft: 
Einsichten in seine Seele gibt uns Surprise-Verkäufer Michael Hofer. Sie gehen unter die Haut. 

Carlo Knöpfel analysiert in der «Sozialzahl», was ältere Menschen an Freiwilligenarbeit leisten. 

Das Wort, das wir diesmal genau erklären, heisst: Sucht. 

Stephan Pörtner hat Ittingen bei Bern für uns besucht, wo eine Buchtauschbox den Geist, den der Ort atmet, gut auf den Punkt bringt. 

Und Gerichtsreporterin Yvonne Kunz hat sich mit einer Schlingpflanze herumgeschlagen. Beziehungsweise mit dem Fall von einem, der auf die Pflanze emotional überreagiert.

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