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Surprise Nr. 495

5. bis 18. März 2021

Dass selbst der Stadtplan von Nairobi mitsamt Segregation ein Erbe des britischen Kolonialismus ist, ist vielleicht nichts Neues. Spannend wird es aber, wenn sich die Bewohner*innen aufmachen, die alten Strukturen aufzubrechen. Die Menschen im Armenviertel Dandora begannen, den Müll wegzuräumen, die Abwasserkanalisation freizuschaffen und Gärten anzulegen. Als internationale Organisationen und die Politik darauf aufmerksam wurden, fing allerdings nochmals eine neue Geschichte an. Die Journalistin Valerie Thurner lebt vor Ort und erzählt davon, wie sich die Bewohner*innen seit Jahren für ihr Viertel einsetzen. Fotos von Evans Ouma.

Die Familie Eyrich trägt ein Erbe, von dem sie lange nichts wusste. Rosemarie Eyrichs Schwiegermutter traf als Ärztin Entscheidungen im Euthanasieprogramm der Nationalsozialisten. Was bringt die Menschen dazu, über andere zu urteilen – abschliessend zu urteilen? Es ist eine Frage, die eine andere Frau ein Leben lang begleitete. Ihre Schwester wurde als kleines Kind getötet. Eingestuft als «lebensunwert», möglicherweise von Grossmutter Eyrich. Die Journalistin Anna-Theresa Bachmann und der Fotograf Lando Hass haben die beiden Frauen getroffen.

Kulturjournalistin Monika Bettschen hat mit dem libanesischen Aktivisten, Autoren und Kuratoren Ibrahim Nehme videotelefoniert und mit ihm darüber geredet, welche Wege «Nouvelle Nahda» genommen hat: Die Koproduktion zwischen dem Theater Neumarkt in Zürich und dem Kulturort Station Beirut war als Theaterproduktion geplant und ist nun umständehalber zu ganz viel anderem auch noch geworden.

Vor Gericht leiden wir mit einer Filialleiterin eines Grossverteilers mit, die sich dem Strafbefehl ausgesetzt sieht, widerrechtlich Artikel verkauft zu haben, die nicht zum täglichen Gebrauch zählen. Obwohl auch die Staatsanwälte und die Polizei nicht so genau wissen, was Artikel des täglichen Gebrauchs sind. Gerichtsreporterin Yvonne Kunz schrieb mit, Illustratorin Priska Wenger lässt die Geschichte sprühen.

Die Surprise-Verkäuferin Seynab Ali Isse erzählt in ihrer Kolumne vom alltäglichen Rassismus – und von einer ungemütlichen Begegnung, die in einer Freundschaft mündete. Ins Bild gesetzt von Michael Leuthold von der Hochschule Luzern – Design & Kunst HSLU.

Kolumnistin Fatima Moumouni wünscht sich manchmal einen Niqab und geht baden. Wie genau, zeigt die Illustration von Rahel Nicole Eisenring.

Reporter Andres Eberhard erklärt das Wort «Obdachlosigkeit»; Buchrezensent Christopher Zimmer zeigt uns im Buchtipp «Licht im Dunkeln».

Und Surprise-Verkäuferin Zeynab Ahmet hat den Plan, Arzthelferin zu werden. Nicht ganz einfach, weil ihr Deutsch noch nicht gut genug ist. Aber wer es geschafft hat, vor der Terrormiliz al-Shabaab zu fliehen, gibt nicht so schnell auf.

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