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Surprise Nr. 503

2. Juli bis 16. Juli 2021

#SURPRISE 503 – Perfekt

Das Cover unserer ersten Literaturnummer dieses Jahr: ein Volltreffer.

Der Kreis ( das Loch, der Ball) ist sozusagen die perfekte Form. Er steht für Vollkommenheit. Für das in sich Stimmige. Keine Ecken, keine Kanten. Kein Anfang, kein Ende. Unendlichkeit, Ausgeglichenheit. Gut, man kann sich auch ständig nur im Kreis drehen, und wenn sich etwas selbst in den Schwanz beisst, kommt man auch nicht weiter. Der sublime Kreis kann auch dröge sein.

Die Perfektion in Kreisform ist in den unterschiedlichsten Varianten zu finden im aktuellen Heft zum Thema «Perfekt». Illustrationen: Christina Baeriswyl.

Und dass das Perfekte manchmal auch etwas angeschlagen sein kann, zeigen uns acht Autor*innen, die uns alle einen Text zum Thema geschenkt haben. Hier geht es etwa um einen medizinischen Eingriff, der vordergründig etwas defekt macht – aber wir sehen, er ist die perfekte Lösung für den Ich-Erzähler. Von Christoph Simon.

Oder wir sind an einem Rockkonzert, und alles fühlt sich etwas falsch an. Ein Gefühl, das es gar nicht gäbe, wäre da nicht eine Vorstellung davon, wie die Situation eben perfekt wäre. Von Eva Roth.

Dann geht es um einen Namen, der es einer Frau erlaubt, in der Gesellschaft perfekt aufzugehen. Und der es ihr verunmöglicht, sich vollkommen zu fühlen. Von Sunil Mann.

Und: Ein Essay zum Wäschewaschen. Oder perfekte Ratschläge dafür, dass es zuhause so rund läuft wie eine rotierende Waschtrommel. Von einem, der die Sache im Griff hat wie die Wäscheklammer die Bluse im Trockenraum. Von Christopher Zimmer.

Wir lernen einen Mann in einem aufs Nötigste reduzierten Alltag kennen, der bei weitem nicht mehr perfekt funktioniert. Und begegnen auch seiner Nachbarin, die hier schwer darin verunsichert wird, ob «defekt» wirklich das Gegenteil von «perfekt« ist. Von Milena Moser.

Dann zeigt eine kaputte Beziehung, wie der eigentliche Defekt ganz dicht unter den Vorstellungen eines perfekten Lebens liegen kann. Von Dragica Raj?i? Holzner.

Dazu passt eine eigentliche Ode an den Menschen mit all seinen Widersprüchlichkeiten. Denn das macht den Menschen schliesslich perfekt: dass er es eben nicht ist. Sondern vielfältig und auch fehlerhaft. Von Jürg Halter.

Eigentlich gilt das auch für Autowaschanlagen. Obwohl, die wirklich perfekte steht in St. Gallen. Findet Herr Huber. Herr Habegger dagegen nicht. Aber lest selbst: bei Simona Pfister.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Autor*innen für ihre Geschichten. Wir finden sie perfekt.

Im Verkäufer*innenporträt landen wir auf dem harten Boden der Realität: mit der Lebensgeschichte der Eritreerin Yordonas Mahari, aufgezeichnet von Dinah Hungerbühler.

 

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